Hier möchte ich in groben Zügen zeigen, welchen Aufwand es braucht, ein Damastmesser von Hand zu schmieden. Es ist nicht möglich, auf jede Kleinigkeit einzugehen, da das den Ramen sprengen würde. Ich beschränke mich daher auf die Grundschritte.
Als erstes werden zwei verschiedene Stähle auf gleiches Maß zugeschnitten, abwechselnd übereinander gestapelt und mit einer Schutzgasnaht zusammengeheftet. Dann wird noch ein Handgriff zur einfacheren Handhabung angeschweißt.
In diesem Fall handelt es sich um die Stähle 1.2510 (die dicken Lagen auf dem Bild) und 75Ni8 (die dünnen Lagen).
Vom 1.2510 (dunkel zeichnend) habe ich 9 Lagen verwendet und vom 75Ni8 (hell zeichnend) waren es 8 Lagen, zusammen 17 Lagen.

Zuerst wird das Paket in die vorgeheizte Gasesse abgelegt und auf dunke Rotglut gebracht. Dann wird es herausgenommen und Borax darübergestreut. Das Borax dient als Flussmittel. Es löst Verunreinigungen am Stahl und schützt ihn vor weiterer Oxydation und macht ihn metallisch rein.

Dann wird das Paket auf hellgelb erhitzt (ca. 1100°C). Durch schnelle Schläge mit dem Handhammer werden die verschiedenen Stahllagen miteinander verschweißt.

Danach bringe ich den Stahl immer noch einzweites mal auf Schweißhitze, um sicher zu gehen, das auch alles gut verbunden ist.
Jetzt wird mit einem 4Kg schweren Schlägel die Stärke um mindestens ein Drittel reduziert, um die Schweißung dauerhaft zu felstigen. Dazu habe ich mir eine Halterung gemacht, in die der Handgriff vom Damastpaket gelegt wird. Das Paket selber wird auf dem Amboss durch eine Kette mit einer Feder fixiert, was man auf dem Bild unten einigermaßen erkennen kann.

Beim nächsten Bild sieht man, wie das heiße Borax mit allen Verunreinigungen zwischen den einzelnen Lagen heraus gedrückt wird und zur Seite spritzt.


Wenn mindestens ein Drittel reduziert wurde, kann das erste Mal Hochkant geschmiedet werden.

Dann wird abwechseln flach und hochkant geschmiedet und so das Paket immer mehr in die Länge geschmiedet.

Dann wird mit der Handwalze ausgewalzt.

Nach dem Abkühlen die Schine in gleich große Teile zerteilt und wieder übereinadergestapelt und mit Schutzgas geheftet.

Dann wird wieder im Feuer verschweißt, ausgereckt, neu gestapelt, usw. So lange, bis die gewünschte Lagenzal erreicht wird.
Dann wird das Paket in form geschmiedet.

Erl ausschmieden:

Die fertig geschmiedete Klinge.

Danach folgt einer der wichtigsten Punkte, die Wärmebehandlung.
Zuerste wird die Klinge mehrmals normalisiert, danach noch scharf normalisiert und weichgeglüht.
Das dient alles dazu, im Stahl wieder ein optimales Gefüge herzustellen, welches durch die hohe Temperatur beim Schweißen geschädigt wurde.
Dann wird die Klinge am Bandschleifer in Form geschliffen.

Danach wird von Hand mit immer feiner werdenden Schleifleinen die Klinge satiniert.

Das Logo wird mit dem Hammer eingeschlagen.

Die Klinge wird in eine Vorrichtung gespannt und die Schulter parallel gefeilt, um einen sauberen Übergang zum Griffabschluss zu erreichen.

Vor dem Härten wird die Klinge mit Härteschutzlack eingestrichen um ein Verzundern zu verhindern.

Härten

Nachdem die Klingen auf Härtetemperatur sind, müssen sie in 60° heißem Öl abgeschreckt werden, dadurch werden sie hart.

Nach dem Härten wird zwei mal angelassen und dadurch dem harten Stahl wieder die Spannungen genommen, davon habe ich kein Foto.
Dann wird für den Übergang zwischen Klinge und Griff ein Stück Bronze, Stahl oder ähnliches in Form gefeilt und ein Durchbruch mit der Feile angebracht.

Es wird immer wieder abwechseld gefeilt und der Erl aufgekopft, so lange, bis alles ohne Spiel sitzt.

Im nächsten Schritt wird die Klinge mit der Bronze verlötet um später ein eindringen von Schmutz und Feuchtigkeit zu vermeiden.
Zum Löten wickle ich die Klinge in ein Stück nasses Küchenpapier, um ein überhitzen der gehärteten Klinge zu verhindern, sonst würde die Härte wieder verloren gehen.

Die fertig gelötete Klinge. Man kann den Griffübergang auch Kleben statt zu löten aber ich finde den Übergang so sauberer.

Das überflüssige Lot, das sich auf Klinge und Bronze verteilt hat, muss wieder entfernt werden.

Dann werden in den Erl Kerben eingeschliffen, um später dem Kleber genügend Halt zu geben.

Das Stück Holz, das als Griff ausgesucht wurde, muss stirnseitig Plan gefeilt werden.

Als nächstes wird in das Griffholz ein Loch gebohrt und mit der Handsäge so weit erweitert, das der Erl komplett Platz findet.


Wenn alles fertig ist wird der Erl sauber entfettet und der Zweikomponentenkleber angerührt und das Loch gefüllt.

Um einen sicheren Halt von Klinge und Griff zu erreichen, während der Kleber noch weich ist, spanne ich alles in eine selbst gebaute Vorrichtung.

Wenn der Kleber ausgehärtet ist, wird der Griff grob am Bandschleifer in Form gebracht, dann wird an der Ständerbohrmaschine eine Bohrung für den Stift angebracht und eingeklebt, davon habe ich leider kein Foto.


Die Feinarbeit wird mit Schleifleinen von Hand erledigt. Dabei wird bis 1500-er Körnung geschliffen. Danach wird der Griff merhmals befeuchtet, trocknen gelassen und mit feiner Stahlwolle abgezogen, um auch noch die letzten Holzfasern zu brechen.
